Formen der Mehrsprachigkeit in sekundären und tertiären Bildungskontexten

Formen der Mehrsprachigkeit

Bedingt durch Migrationsprozesse, (Bildungs-)Mobilität und Globalisierung spielt Mehrsprachigkeit heute eine entscheidende Rolle in der Gesellschaft. Das allgemeine Bewusst­sein für Mehrsprachigkeit ist groß – sowohl im Hinblick auf  unterschiedliche Varietäten einer Sprache (so genannte innere Mehrsprachigkeit) als auch im Hinblick auf  unterschiedliche Sprachen (äußere Mehrsprachigkeit). Die pauschale Bewertung von Mehrsprachigkeit fällt oft sehr positiv aus (Mehrsprachigkeit als „Chance“, als Wert an sich). Für konkrete Einzelfälle dagegen ist das Spektrum der Attitüden breit, die verschiedenen Ausprägungen der inneren und äußeren Mehrsprachigkeit werden sehr uneinheitlich bzw. überwiegend negativ bewertet (Abwertung vieler Sprachen und Varietäten, Mehrsprachigkeit als „Kostenfaktor“). Auch in den Bildungsinstitutionen, in denen die genannten Formen der Mehrsprachigkeit grundsätzlich eine wichtige Rolle spielen, zeigt sich diese Ambivalenz: Regionale Varietäten werden, obwohl sie in vielen Kommunikationssituationen auftreten, entweder nicht genannt oder finden nur als Sprachformen Erwähnung, die es zu vermeiden gilt. Bestimmte Fremdsprachen werden – zunehmend auch als Arbeitssprachen – mit großem finanziellem und zeitlichem Aufwand gefördert und verhelfen beispielsweise Schulen zu einem höheren Prestige. Demgegenüber gelten aber die meisten Herkunftssprachen von SchülerInnen, Studierenden oder Lehrenden im Alltag der Institution sowie im Verlauf des Lernprozesses immer noch als Hindernis bzw. werden einfach ignoriert.

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